Mittwoch, 5. Dezember 2012

ohne Risiko kein Ertrag


Liebe Leser/innen,

In allen Bereichen werden Modelle eingesetzt.
Ein Modell ist immer eine Approximation, fokussierend auf einen Teilaspekt der Realität,
Vereinfachung komplexer Systeme, etc.

In 2008 wurden die Risikomodelle für die Krise verantwortlich gemacht.
Tatsächlich waren es jedoch inkompetente Anwender.
User, die nicht verstanden haben, dass Volatilität und Korrelationen alles andere als stabil sind.

Viele Theorien sind doch wie eine umgekehrte Pyramide:
    - verändert man die Returnerwartung im Markowitz Ansatz leicht, fängt das ganze Gebilde zu wackeln an.
    - wedelt da nicht der Schwanz mit dem ganzen Hund? 



Auch die Annahme eines „Mean Reversion Processes“  geht in diese Modelle ein.
D.h. alles kehrt auf die Mitte zurück – man muss ggf. nur lange genug warten können.

"Alle Modelle können nur so viel abbilden wie die Vergangenheit ihnen gelehrt hat" ist oft die Aussage von den Quants. " Der Phantasielose flüchtet in die Realität...."


Aktuell sind folgende Beobachtungen nicht in den Modellen enthalten:
Ø  Ein Zins von (nahe) Null. D.h. ein weiterer Zinsrückgang ist in der Simulation nicht möglich

Ø  Aktien korrelieren nur sehr schwach mit Renten
(beim nächsten Aktienrückgang fangen die Renten das Aktienrisiko nicht ab – wie in 2008)

Ø  Höhere Frequenz von „Fat Tails“
Ø  Die Vergangenheit aus mehreren Perioden besteht.

Ein Phänomen hat sich in den letzten Jahren etabliert:
Ø  Verstärkung von negativen Marktentwicklungen aufgrund „Stopp Loss“  Aktionen, welche
von quant. Modellen ausgelöst werden. Regulatorischen Anforderungen tragen auch dazu bei,
dass der Kursabschwünge schneller ablaufen. Das VAR Konzept als neg. Verstärker
à Log normale Returnverteilung, statt die von den Modellen unterstellte Normalverteilung
Sehr viele Anlagen werden nur noch mit einem Sicherheitsnetz getätigt.
Ø  Kürzere Zyklen –
z.B. war bis 2008 eine mittelfristige im Bund Future ca. 360 BP stark – dies geschieht heute in 2 Tagen.

Fazit:
Modelle benötigen wir weiterhin. 
Jedoch ebenso wie ein Flugzeug nicht ohne den Piloten auskommt, ist bei
den Finanzmarktmodellen eine gewisse „menschliche“ Kontrolle angebracht.

Wie kann das in der Praxis aussehen?
 und von der Union Investment bereits angewendet.

Die Antwort:
                               Quantitative + Qualitative Finanzmarktanalyse
                               Finanzmarktmodelle + Szenarioanalyse

Gerade in dem Tool „Szenarioanalyse“  kann der Tatsache, dass wir im Zins nun an der Schwelle zum Negativzins befinden, Rechnung getragen werden.

Was ist Risiko? Geld zu verlieren. Aber nicht wie in der Theorie angenommen eine Underperformance.

Welches Risiko kann ich, welche Gefahr möchte ich übernehmen?
 Risiko ist somit ein subjektiver Begriff!
und mit der Szenarioanalyse wird dieser Begriff personalisiert.


Ein Pilot sollte verstehen was sein Autopilot rechnet


Life Thoughts

Ich habe einen großen Respekt welche Intelligenz heute in den Investmentbanken tätig ist. 
Die komplizierten Algorithmen werden beherrscht. Aber es fällt mir schwer die langfristig dürftige  Outperformance hierzu ins Verhältnis zu setzen. Das gleicht dem Missstand, dass weltweit ca. 400.000 Wissenschaftler an neuen Waffen basteln.

Wie sieht es denn im "echten Leben" aus? Wir arbeiten wie Pferde und meinen der angehäufte Reichtum verschaft uns Ansehen, Wohlstand, Glück und ein langes Leben.
Viele haben ihr Rentenalter nicht erreicht, das Geld wurde entwertet, denn die Zukunft hat ihre eigene Ratio.
Reichtum ist nichts schlechtes - nur die Erwartung dass Geld uns in Notzeiten tröstet. Eine Sicherheit die keine Sicherheit ist.

Die Gefahr des Reichtums (»Der reiche Jüngling«)

18Und es fragte ihn ein Oberer und sprach: Guter Meister, was muss ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?
 
19Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein.
 
20Du kennst die Gebote: »Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren!«
 
21Er aber sprach: Das habe ich alles gehalten von Jugend auf.
22Als Jesus das hörte, sprach er zu ihm: Es fehlt dir noch eines. Verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach!
 
23Als er das aber hörte, wurde er traurig; denn er war sehr reich.


aus "Die gute Nachricht"

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen